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Fitnesstipps für unterwegs
Autofahren gehört zu den Tätigkeiten, die körperlich kaum belasten, doch trotzdem hohe Anforderungen an die körperliche Fitness stellen. Denn verspannte Muskeln, eingeschlafene Beine, Sauerstoffmangel durch beengte Kleidung oder Völlegefühl durch falsche Ernährung beeinträchtigen die Fahrtauglichkeit und lenken die Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen ab.
Eine Fitnesswelle aus Amerika kommend, hat längst auch Deutschland und ganz Europa überrollt. Nach Jogging und Stretching gilt es heute als durchaus angemessen und chic, ein Abonnement in einem Fitnessstudio zu unterhalten. Darüber hinaus sind natürlich auch die "normalen" Sportarten wie Tennis, Squash, Radfahren mit dem Mountainbike, aber auch Surfen und Schwimmen gefragt.
Die Industrie ist groß ins Geschäft gekommen und die Mode beherrscht die ehemals triste Sport- und Freizeitkleidung, die Grenzen sind verwischt.
Die Wahrheit, wie fit man ist, kommt erst in der Praxis heraus. Zwar gibt man sich schlank und meidet Kalorienbomben, wer jedoch einmal vier Stockwerke aufwärts die Treppe benutzen muss, weil der Fahrstuhl versagt, oder wer schon einmal ein Fahrzeug anschieben musste, weiß, wie schnell ein Fitnessprogramm seine Schwächen aufzeigen kann.
Autofahren gehört leider immer noch zu den Belastungsarten, für die es kein besonderes Fitnessprogramm gibt. Dabei sind Belastungen unübersehbar. Wer acht Stunden ohne Unterbrechung - quasi am Stück - unterwegs ist, fühlt sich anschließend wie gerädert.
Voraussetzungen für Fitness hinter dem Lenkrad

Wer sich mit Hilfe einer gängigen Sportart fit hält und auch auf die Figur achtet, braucht natürlich für das Autofahren kein besonderes Fitnessprogramm. Die Mehrzahl der Autofahrer ist allerdings wenig sportlich aktiv. Deshalb ist es besonders wichtig, die Voraussetzungen für Fitness hinter dem Lenkrad zu schaffen.
Dazu gehört zunächst eine leichte geeignete Kleidung. Immer wieder sieht man Fahrer hinter dem Lenkrad eingeklemmt im dicken Sakko, Anorak oder gar mit Mantel und Hut. Derartige Kleidung verhindert nicht nur schnelle Bewegung, sondern auch den Feuchtigkeitsaustausch der Haut. Deshalb fährt man am besten hemdsärmelig, zugelassen ist bestenfalls eine leichte Weste oder Strickjacke.
Im Gegenzug muss natürlich auch die Heizung oder die Klimaanlage optimal eingestellt werden. Richtig ist die Einstellung: kühler Kopf und warme Füße. Das heißt, die Temperatursteuerung wird so einreguliert, dass die Warmluft eher den Fußbereich durchstreift. Im oberen Bereich muss die Frischluftversorgung durch Kaltluft angereichert werden, damit man nicht allzu früh ermüdet.
Völlig falsch ist ein überhitzter Innenraum. Hingegen kann eine zu kühle Einstellung zu Zugserscheinungen an Schulter- und Nackenmuskulatur führen. Klimaanlagen werden gerade wegen ihrer Kühlleistung immer wieder unterschätzt und zu "kalt" gefahren. Deshalb Klimaanlagen am besten nur vorübergehend einsetzen und nie zu niedrige Temperaturen vorwählen.
Stimmen Kleidung und Wärmeverteilung, dann sollte man gelegentlich wieder seine eigene Sitz- und Lenkradposition prüfen. Die Armhaltung sollte das Lenkrad leicht angewinkelt dort erfassen, wo die vier und die acht auf der Uhr stehen. Falsch ist jede zu enge Position vor dem Lenkrad, die ein flüssiges Durchdrehen der Lenkung verhindert. Aber auch der weit gestreckte Arm ist fehlerhaft. Ausgestreckte Arme sind nämlich viel zu ermüdend.
Auch die Sitzhöhe und Lehnenneigung sind wichtig. Die Sitzhöhe sollte so gewählt werden, dass man nicht nur gut über das Lenkrad blicken, sondern möglichst auch die Außenkonturen des Fahrzeugs überwachen kann. Die Lehnenneigung stellt man so ein, dass eine leichte Schrägneigung nach hinten zu einer angenehmen Abstützung der Rückenmuskulatur führt.
Die richtige Ernährung

Wer eine Reise am frühen Morgen antritt, ist mit einem leichten Frühstück richtig beraten. Neben Tee oder Kaffee sind Joghurt oder Müsli mit Obst empfehlenswert. Vollkornbrot, Käse und magerer Schinken können das Basisfrühstück für ein Autofahrer verstärken. Noch wichtiger ist aber nach Reiseantritt die Nahrungsaufnahme unterwegs. Hier gibt es zwei Fahrertypen: Die einen müssen pausenlos, um sich zu beschäftigen, irgendetwas zu sich nehmen, während andere jedwede Nahrungsaufnahme verweigern. Sicher sind beide Extreme falsch, denn gegen einen Apfel hinter dem Lenkrad oder einem leichten Müsliriegel und einem Schluck Obstsaft kann man sicher nichts einwenden. Unkontrolliertes Hineinstopfen ist allerdings wenig zuträglich, denn wer den Autofahrerstress durch Nahrungsaufnahme kompensieren will, ist unkontrolliert und bringt seinen täglichen Ernährungsplan ziemlich durcheinander.
Die größte Gefahr nähert sich dann beim Mittagessen. Gut geeignet dafür ist ein frischer Salatteller, der mit Thunfisch, Eiern oder Schinken angereichert ist. Hier sollte man sich nicht scheuen, einen Kinder- oder Seniorenteller zu ordern, die wegen der geringen Menge vorteilhaft sind. Vollkommen out sind schwerer Braten, Mehl- oder Kartoffelspeisen, die dann auch noch mit schweren Soßen gereicht werden. Zum leichten Essen trinkt man Obstsäfte oder Mineralwasser und zum Abschluss einen Kaffee oder Mocca.
Auf großer Fahrt unterwegs

Das heimtückische an der Autofahrerei ist die Tatsache, dass man die Belastung zunächst nicht wahrnimmt, bis dann endlich am Nachmittag der totale Zusammenbruch naht. Tendenziell sind hier jüngere Fahrer weniger gefährdet als ältere. Deshalb frühzeitig einen Parkplatz ansteuern und schon nach einer Stunde, höchstens aber nach zwei Stunden eine erste Pause einlegen. In dieser Pause sollte man sich aber intensiv bewegen und keinesfalls hinter dem Lenkrad sitzen bleiben. Ein kleiner Spaziergang dient dazuhin noch der Sauerstoffanreicherung. Deshalb das Auto niemals direkt vor der Tankstelle oder der Raststätte abstellen, sondern immer etwas weiter entfernt parken, damit man gezwungen wird, spazieren zu gehen.
Auch kleinere Manipulationen am Auto, wie das Scheibenwaschen, das Luftdruckprüfen oder das kontrollieren des Motoröls lenken vom Autofahrerstress ab und führen meist zur Beruhigung. In der nächsten Pause, nach etwa vier Stunden Autofahren, sollte man die körperliche Betätigung steigern. Hilfreich ist hier ein straffer Spaziergang, den man vielfach an Park- und Rastanlagen ausführen kann. Ein paar Klimmzüge am Fitnessparcours - soweit vorhanden - oder Treppen steigen bringen das Blut wieder in Wallungen und sorgen für eine Sauerstoffanreicherung des Blutes.
Selbst aus der Mode gekommene Übungen wie Kniebeugen, Armkreisen oder blitzschnelles Anwinkeln der Beine sind gut geeignet, den Nachmittag ohne Müdigkeit zu überstehen. Weitgehend unbekannt und häufig auch nicht besonders beliebt sind sogenannte isometrische Übungen. Hier handelt es sich um eine kurzzeitige verkrampfungsfreie Belastung der Muskulatur, die man für einige Minuten durchführt.
Danach entlastet man den Körper vollständig und führt einige Lockerungsbewegungen durch. Das ganze rhythmisch und pulsartig ausgeführt, bringst dann auch verspannte Muskeln wieder auf Trab.
Die Müdigkeit naht

Irgendwann kommt für jeden Autofahrer der tote Punkt. Für die meisten ist es die Zeit nach 16 Uhr, wenn man früh aufgestanden und losgefahren ist. Für andere ist das Einsetzen der Dunkelheit besonders kritisch, weil dann die Blendung durch entgegenkommende Fahrzeuge zunimmt.
Wer noch bis in die Abendstunden hinein hinter dem Lenkrad bleiben will, der sollte das Fahrzeug noch einmal auftanken, um sich eine Zwangspause zu verschaffen, und die Frontscheibe und die Scheinwerfer reinigen.
Achtung! Beim Scheibenputzen ist auch die Innenreinigung notwendig. Damit vermeidet man die Überanstrengung der Augen, die durch die verschmutzte Scheibe überlastet werden.
In der Abendkühle die Heizung nicht zu warm stellen, denn diese verstärkt den Ermüdungseffekt. Besser ist es, für zusätzliche Frischluft im Wageninneren zu sorgen.
Die kritische Phase können Cola-Getränke, Kaffee oder Tee überbrücken. Meist erfolgt aber nach dieser künstlichen Fitness der totale Zusammenbruch. Hier gibt es nur eins, nämlich die Fahrt für längere Zeit unterbrechen. Es soll Personen geben, die fest an einen Kurzschlaf glauben und bereits nach einer halben Stunde Schlaf auf dem Liegesitz wieder fit sind. Sie sollten aber die Weiterfahrt mit aller Vorsicht antreten. Hilfreich ist die Unterhaltung per Autoradio.
Oft ist es schon zu spät, wenn man wiederholt für Sekundenbruchteile einnickt. Rechtzeitig die Fahrt unterbrechen und ein Hotel aufsuchen. Eine Übernachtung ist immer noch billiger als ein folgenschwerer Unfall.







